„Die Kunst ist eine Vermittlerin des Unaussprechlichen.“ 


Johann Wolfgang von Goethe

Ob wir an steinzeitliche Höhlenbilder denken, an die Graffitikunst in unseren Metropolen, an die ersten Kinderbilder oder an die geschnitzten Holzmasken Zentralafrikas: in jeder Epoche und an allen Orten der Welt hinterlassen wir Menschen kreative Spuren, d.h. wir geben wieder, wie wir unsere Umwelt erleben und drücken aus, was uns im Inneren bewegt. Wir teilen Erlebtes mit Anderen und nutzen dazu die Ausdruckskraft der Bilder. Wir machen Unaussprechliches wieder der Sprache zugänglich.

In der Kunsttherapie werden diese Eigenschaften der Kunst auf vielfältige Weise genutzt. Im Mittelpunkt steht der kreative Prozess. Ganz gleich, ob intuitiv oder überlegt vorgegangen wird, immer geht es um den individuellen Ausdruck und das freie Experimentieren. Gedanken, Gefühle und Bedürfnisse spiegeln sich im Bild wider. Unbewusste innerpsychische Konflikte und ihre Auswirkungen auf das Verhalten werden sichtbar. Im begleiteten Gestaltungsprozess geschehen ungewöhnliche Wendungen, und neue Wege tun sich auf. Das Ergebnis ist offen und voller Überraschungen. 

Kunsttherapie ist von Natur aus ressourcenorientiert, da sie an den Handlungsmöglichkeiten ansetzt. Dinge können ausprobiert, verändert oder aus einer neuen Perspektive betrachtet werden. Der Umgang mit Kreide, flüssiger Farbe und Tonerde kommt dem menschlichen Bedürfnis nach sinnlicher Wahrnehmung entgegen und hilft, sich (wieder) in seiner Lebendigkeit zu spüren.